Die Geschichte unseres Vereins

 

Unser Gründungsjahr war lange Zeit unbekannt. Eigentlich war 1952 das Gründungsjahr der Schützengesellschaft Stegerbräu. Bis 1950 wurde von den Siegermächten der Schießbetrieb in einem Verein nicht erlaubt. Im Herbst 1952 haben 8 Schützen den Verein aus der Taufe gehoben.

 

Gründungsmitglieder waren:

 

Hans Frauenholz (BayWa Pfaffenhofen)

Alois Hoiß (Stegerbräuwirt)

Georg Hoiß (Versicherungsvertreter)

Josef Huber (Stadtverwaltung)

Otto Reckhaus (Kfz-Meister Fa. Stiglmayr)

Josef Huber (Kraftfahrer aus Förnbach)

Hans Volnhals (Malermeister Fa. Grimm)

Norbert Fischer (Jäger aus Mitterscheyern)

 

 

Zum 1. Schützenmeister wurde der in der Stadtverwaltung Pfaffenhofen beschäftigte Josef Huber gewählt. Schriftführer und Kassier war Georg Hoiß. Geschossen wurde im Gastzimmer an der linken Fensterseite. Alle Fenster mussten abgedeckt und die Schießbahn mit Holzplatten abgegrenzt werden. Das Schießergebnis wurde mit Handzeichen bestätigt. Die Entlohnung für die Anzeigetätigkeit war 1 Liter Bier pro Schießabend. Michael Stiglmayr stellte dem Verein ein Gewehr zur Verfügung, denn die finanziellen Möglichkeiten ließen es nicht zu, ein Gewehr zu kaufen. Der Mitgliedsbeitrag betrug jährlich 3,00 DM, 5 Schuss kosteten 30 Pfennige. 1953 wurde Hans Öchsler zum 1. Schützenmeister gewählt, 1958 löste ihn Jakob Tischner ab. Das Vereinsleben der Schützengesellschaft entwickelte sich immer mehr zu einer großen Schützenfamilie, in der Geselligkeit und Freude am Schießsport an erster Stelle standen.

 

1958 zählte der Schützenverein bereits 50 Mitglieder. Jakob Tischner war ein rühriger Schützenmeister. Unter seiner Regie fand 1965 der erste Faschingsball statt. Aber auch Vereinsausflüge (1969 führte der erste Ausflug ins Altmühltal) waren seine Idee und lockten immer mehr Mitglieder zu unserem Verein. Auch ein Silvesterball mit Musikkapelle wurde organisiert. Es gab Silvester-, Preis-, Packerl-, Faschings-, Weihnachts-, Nikolaus- und Osterschießen sowie Geburtstags-, Namenstags- und Hochzeitspreisschießen. An Jubiläumsfeiern der umliegenden Vereine wurde mit einer Abordnung teilgenommen. 

 

Um die Vereinskasse aufzubessern, fand ab 1970 eine Christbaumversteigerung statt. Bei der Feier wurde auch ein Hase versteigert, der für die Aufbesserung der Reisekasse diente.

 

Der Schießbetrieb in der Gaststube wurde immer gefährlicher. Einmal verfehlte ein Schuss die Scheibe und traf einen an der Wand hängenden Fernseher. Dieser war dann natürlich kaputt. Man beschloss, nun einen anderen Platz zum Schießen zu suchen. Im Nebenzimmer vom Stegerbräu wurde man fündig. 

 

1971 fand der Umbau statt. Dort schoss man dann durch zwei Wandfester hinaus in die Speisekammer. Zwei Stände wurden montiert, sie wurden mit Handkurbeln betrieben. Pro Schießen mussten die Stände auf- und auch wieder abgebaut werden.

 

1975 traten die erst Damen in die Schützengesellschaft ein. Dies waren Anneliese Kuhn und Brigitte Langkopf.

 

Ab 1979 nahm man an der Stadtschützenmeisterschaft in Pfaffenhofen teil. Von 1979 ab ließ die Mitgliederzahl leider nach. 1981 hatte der Verein nur noch 18 Schützen. Manfred Schweigard sen. war es zu verdanken, dass es 1982 wieder 51 Mitglieder waren. Durch gute „Werbung“ wurde neues Interesse am Schießsport  geweckt.

 

1985 wurde Manfred Schweigard sen. zum 1. Schützenmeister gewählt. Jakob Tischner, Schützenmeister von 1958 bis 1984, wäre Weihnachten 1985 zum Ehrenschützenmeister ernannt worden, leider verstarb er jedoch kurz zuvor. Das Interesse am Schießsport wurde durch Vergleichsschießen, zum Beispiel mit Ebenhausen-Werk, den Schloss-Schützen Euernbach oder den Lindenschützen aus Sünzhausen wieder aktiviert. Beim Schießen im Nebenzimmer mit 2 Ständen gab es aber immer einen Engpass. Es dauerte eine Ewigkeit, bis alle geschossen hatten. Auch der Auf- und Abbau der Stände war auf die Dauer nicht mehr zumutbar. Somit gingen die Schützen erneut auf die Suche nach einer Schießstätte  und wurden fündig! Im Stegerbräu-Hinterhof wurden Räumlichkeiten entdeckt, die nach massivem Umbau Platz für 5 Schießstände boten. Stegerbräu-Besitzer Sebastian Urban bewilligte den Umbau und übernahm auch die Materialkosten. 

 

Somit begannen wir 1986 mit dem Bau der Schießstände, welche 1987 feierlich eingeweiht wurden. 1989 hatten wir das erste Mal einen Stand auf dem Pfaffenhofener Weinfest. Die Einnahmen kamen der Schützenjugend zu Gute. Außerdem ist der Schützenverein jedes Jahr beim Faschingstreiben mit einem Stand auf dem Hauptplatz vertreten. Diese „Arbeitseinsätze“ sind nur durch Kameradschaft und Zugehörigkeitsgefühl möglich.

 

1990 wurde von unserer Schützengesellschaft zum ersten Mal die Stadtschützenmeisterschaft ausgetragen. Es kamen auch viele neue Vereinsveranstaltungen dazu. Neben schönen Ausflügen wurden Grillfeste und Vatertagsausflüge abgehalten, im Frühjahr findet jedes Jahr ein Kaffeekränzchen mit Bilderschau statt. Auch Faschingsbälle durften nicht fehlen. Sie wurden mit Einlagen der Schützenjugend gekrönt. Neben Auftritten der Prinzengarde und der Schäfflertanzgruppe waren diese Einlagen immer ein Höhepunkt der Veranstaltung. 1988 traten zum ersten Mal die Schützen-Zylindermänner auf. Sie sind auch heute noch sehr für Überraschungsauftritte gefragt. Die Weihnachtsfeiern hatten immer schon ein hohes Niveau. 25 Jahre lang war Karl-Heinz Schmidt der Vereinsnikolaus, bevor Franz Müller sein Nachfolger wurde. Musik, Gedichte und ein Krippenspiel wurden immer aus den eigenen Reihen vorgetragen. Eine Versteigerung, die bis 1999 von Michael Kaindl sen. und anschließend von Franz Müller vorgenommen wurde, besserte unsere Vereinskasse zusätzlich auf.

 

1992 wurde das 40-jährige Bestehen der Schützengesellschaft Stegerbräu mit Kirche und Festzug gefeiert.

Aber dann kam´s!!!!!!!

 

 Gründungsurkunde der Zimmerstutzen Schützengesellschaft „Die Ruaßigen"
am 24. November 1888 beim Stadtmagistrat Pfaffenhofen.

 

Beim Forschen in alten Bezirksamtsblättern aus der Zeit um die Jahrhundertwende hatte Stadtrat Sepp Reiter eine Einladung zum Weihnachtsschießen der Stegerschützen entdeckt. Mit Unterstützung von unserem Schützenmitglied Alfred Schmid, der auch für den Heimat- und Kulturkreis tätig war und der Stadt Pfaffenhofen suchte man nach weiteren Spuren der Vereinsgeschichte und wurde fündig: Im Rathausarchiv entdeckte man einen Aktenvermerk des damaligen Bürgermeisters Ludwig Lechner vom 24. November 1888 mit folgendem Wortlaut:

 

„Laut Mitteilung vom Heutigen hat sich am 18. dieses Monats bei Alois Heilmeier zum Stegerbräu eine neue Schützengesellschaft  „Die Ruaßigen“ gegründet und wurde 

zum 1. Schützenmeister gewählt Johann Kapl, Notariatsbuchhalter, 

zum 2. Schützenmeister Georg Hangl, Geometer Gehilfe …“

 

Woher kommt der Name „die Ruaßigen“? Hatten die Schützen nach dem Schießen Ruß im Gesicht, schmeckte ihnen das Stegerbräu-Bier so gut oder kam der Name vom Wirt Alois Heilmeier, der Kaminkehrer war? Leider ist dies nicht bekannt, aber der Name ist einzigartig.

 

In einer Mitgliederversammlung am 20. September 1997 wurde beschlossen, im Sinne der Tradition fortan den alten Namen Zimmerstutzenschützengesellschaft Stegerbräu „die Ruaßigen“ Pfaffenhofen zu verwenden und das Gründungsjahr 1888 ins Vereinsregister eintragen zu lassen.

 

Am 21. November 1998 wurde dann schon wieder gefeiert, nämlich das 110-jährige Gründungsfest. Nach einem Festgottesdienst, einem Fackelzug und mit vielen Gästen feierten wir den neuen Vereinsnamen. Mitglied Alfred Schmid schrieb dazu eine Gründungsszene und auch das von ihm komponierte Stegerschützenlied wurde zum ersten Mal gesungen. Dieses Lied erklingt nun immer beim Königsschießen, bei der Weihnachtsfeier und anderen besonderen Anlässen.

 

Noch eine kurze Anmerkung: Bereits 1901 gab es bei den Ruaßigen weibliche Mitglieder. Im Königlichen Bezirksamtsblatt vom 28. März wurde aufgeführt, dass Fräulein Marie Heilmeier die Ehrenscheibe gewonnen hat. Am 15. November 1901 erreichte Frau Anna Bachmeier den 4. Platz. Damals wurden Haupt- und Glückspreise sowie Ehrenscheiben ausgeschossen. Leider gibt es keine weiteren Unterlagen vom damaligen Vereinsleben. Auch die beiden Weltkriege brachten eine totale Lahmlegung des Vereinslebens mit sich.

 

Bis zu seinem Tode im Jahr 2004 führte Manfred Schweigard sen. den Verein. Sein Leben war der Schützenverein. Die „Ruaßigen“ haben ihm viel zu Verdanken.

 

Manfred Schweigard jun. wurde als Nachfolger zum 1. Schützenmeister gewählt. Durch das viele Wissen vom Vater ist es ein Glücksfall, dass Manfred das Amt übernommen hat. Ein weiterer Glückstreffer ist, dass wir Schützen zusammenhalten, auch wenn es ein kleiner Verein ist, der momentan 81 Mitglieder hat. Durch diese Kameradschaft konnte zum 125-jährigen Gründungsfest eine Fahne angeschafft und das Jubiläum ausgiebig gefeiert werden.

Möge unsere Schützengesellschaft Stegerbräu „die Ruaßigen“ Pfaffenhofen noch viele Jahre bestehen.

 

Hier endete bis vor kurzem die Chronik unseres Schützenvereins.

 

Doch bereits 2015 begann ein völlig unerwartetes und neues Kapitel unserer Vereinsgeschichte.

Die Situation in unserer seit Gründung des Vereins bestehenden Herberge gestaltete sich zunehmend schwierig und nicht mehr zeitgemäß für einen Schützenverein. Außerdem gehören unserem Verein mittlerweile über 110 Schützinnen und Schützen an und die Platzverhältnisse in unserem Vorraum und dem Schießstand wurden immer beengter.

Doch welche Lösung finden, große und neue Schritte wagen – ein kompletter Neuanfang nach 125 Jahren alter Tradition? Diesen Mut brachte der 1. Schützenmeister Manfred Schweigard mit der Unterstützung seiner Vorstandschaft auf. Er wollte seinen Verein nicht dem Lauf der Zeit überlassen und kämpfte für eine neue und dauerhafte Perspektive. Und so entstand mit einem Einheitsbeschluss aller Mitglieder am 03. September 2015 ein neuer Weg der ZSG Stegerbräu „die Ruaßigen“.

Ein Kellergeschoss des Zuchtverbandes für Fleckvieh in Pfaffenhofen konnte angemietet werden und wurde in über 2.500 Stunden Arbeit unserer Mitglieder umgebaut. Ein Stüberl, eine Umkleide, Toilettenräume und ein Schießstand mit neuester Technik wurden mit viel Fleiß und Liebe eingerichtet.

Und so beginnt nun eine neue Ära unseres Vereins. Möge dieses Schützenheim für viele Generationen eine Begegnungsstätte des Schützensports, der Gemütlichkeit und eine sichere Heimat für alle Mitglieder unserer Schützenfamilie sein.

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